Espresso Röstung
Kolumbien, Huila
Zuckerrohr wird nicht nur wegen seiner natürlichen Süße geschätzt, sondern spielt auch eine wichtige Rolle bei der Entkoffeinierung von Kaffee. Der Grund dafür ist die natürliche Verbindung Ethylacetat, die aus Zuckerrohr gewonnen wird. Sie bindet das Koffein in den grünen Kaffeebohnen und entfernt es schonend, während die meisten Aromastoffe erhalten bleiben.
Kolumbien gehört zu den führenden Produzenten von sowohl Zuckerrohr als auch entkoffeiniertem Kaffee. Die reichlich vorhandenen Zuckerrohrressourcen werden genutzt, um Melasse herzustellen, die anschließend fermentiert wird. Daraus entsteht Ethanol, das mit Essigsäure zu Ethylacetat verarbeitet wird.
Für die Entkoffeinierung werden die grünen Kaffeebohnen zunächst gedämpft, dann in Wasser und Ethylacetat eingeweicht und mehrfach behandelt. Auf diese Weise werden etwa 97 % des Koffeins entfernt. Anschließend wird das verbleibende Ethylacetat durch erneutes Dämpfen vollständig entfernt. Die Bohnen werden danach getrocknet, gereinigt und sind bereit für den Export.
Das Besondere an dieser Methode ist, dass die Bohnen trotz der Entkoffeinierung eine feine, natürliche Süße behalten. Diese kommt besonders bei der Röstung zur Geltung und harmoniert hervorragend mit den typischen Geschmacksprofilen kolumbianischer und zentralamerikanischer Kaffees – insbesondere deren ausgewogene Süße und lebendige Säure.
Dieser entkoffeinierte Kaffee stammt aus der Region Huila im Westen Kolumbiens. Dort bewirtschaften über 70.000 Kaffeebauern rund 15.000 Hektar Anbaufläche und kultivieren Sorten wie Typica, Caturra und Castillo.